Einführung
Was vor drei Jahren noch als “State of the Art” im Webdesign galt, wirkt heute oft schon veraltet. Ihre Website ist der erste Berührungspunkt für potenzielle Kunden und oft der entscheidende Faktor, ob ein Kaufabschluss zustande kommt oder nicht. Wenn Besucher Ihre Seite verlassen, weil sie nicht intuitiv bedienbar ist, mobil nicht funktioniert oder optisch nicht mehr ansprechend wirkt, verlieren Sie bares Geld.
Ein Website-Relaunch ist daher weit mehr als nur eine Schönheitsoperation. Es ist eine strategische Notwendigkeit, um im Wettbewerb bestehen zu können. Egal, ob Sie das Projekt intern stemmen oder eine Agentur beauftragen, nach diesem Artikel wissen Sie genau, worauf es ankommt, um einen erfolgreichen Website-Relaunch zu meistern.

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Was bedeutet ein Website-Relaunch eigentlich?
Wenn wir über das Thema sprechen, herrscht oft Verwirrung über die Begrifflichkeiten. Ein Relaunch ist der umfassende Neustart einer Webpräsenz. Es geht nicht nur darum, die Farben auszutauschen. Es ist ein tiefer Eingriff in die Struktur, die Technik und die Inhalte. Stellen Sie es sich wie bei einem Haus vor: Sie streichen nicht nur die Fassade neu (Redesign), sondern Sie sanieren das Fundament, ziehen neue Wände ein, erneuern die Elektrik und sorgen für eine bessere Isolierung.
Ein Website-Relaunch umfasst meistens den Wechsel oder das massive Update des Content Management Systems (CMS), eine komplette Überarbeitung der Informationsarchitektur (Sitemap) und eine Neuausrichtung der Inhalte auf die aktuelle Zielgruppe. Das Ziel ist es, die Performance der Seite signifikant zu steigern, sei es durch schnellere Ladezeiten, bessere Konversionsraten oder eine höhere Sichtbarkeit in den Suchmaschinen.
Warum ist das Thema heute wichtiger denn je?
Die Anforderungen an moderne Websites haben sich drastisch gewandelt. Google und andere Suchmaschinen bewerten Seiten heute nach strengen Kriterien wie den Core Web Vitals. Eine veraltet wirkende Seite wird nicht nur von Nutzern abgestraft, sondern auch von Algorithmen. Mobile First ist kein Trend mehr, sondern Standard. Wenn Ihre Website technisch nicht auf dem neuesten Stand ist, werden Sie in den Rankings unsichtbar. Zudem erwarten Nutzer heute blitzschnelle Ladezeiten und eine intuitive Bedienung. Ein Relaunch ist oft der einzige Weg, um diese technischen Schulden abzubauen und eine moderne Website zu schaffen, die zukunftssicher ist.
Erkennen Sie die typischen Anzeichen, dass ein Relaunch fällig ist
Wann ist es Zeit zu handeln? Es gibt klare Indikatoren. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Traffic stagniert oder sinkt, obwohl Sie Marketing betreiben, liegt das Problem oft an der Seite selbst. Ist Ihre Seite auf Smartphones kaum bedienbar (“nicht responsive“)? Müssen Sie für jede kleine Textänderung einen Programmierer rufen? Sieht das Design aus wie aus dem Jahr 2015? Oder beschweren sich Kunden, dass sie Informationen nicht finden? All dies sind Alarmzeichen. Eine veraltet wirkende Corporate Website schadet Ihrem Image massiv. Wenn die Technologie (z.B. PHP-Versionen oder CMS-Plugins) nicht mehr unterstützt wird, wird der Relaunch sogar zum Sicherheitsrisiko. Ein wichtiger Schritt ist die Erkenntnis, dass die aktuelle Lösung das Unternehmenswachstum bremst.
Relaunch, Redesign oder Rebranding – wo liegen die Unterschiede?
Bevor Sie Budgets freigeben, müssen Sie klären, was Sie eigentlich brauchen. Die Begriffe werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Projekttiefen.
Was genau versteht man unter einem Relaunch?
Wie bereits angedeutet, ist der Relaunch einer Website die “große Hafenrundfahrt”. Hier bleibt oft kein Stein auf dem anderen. Die URL-Struktur kann sich ändern, das CMS wird gewechselt (z.B. von Typo3 zu WordPress), das Design wird komplett neu entwickelt und die Inhalte werden massiv überarbeitet oder neu erstellt. Ein Website-Relaunch ist ein komplexes Projekt, das Monate dauern kann und alle Abteilungen, von Marketing über Vertrieb bis IT involviert.
Wann spricht man von einem Redesign?
Ein Redesign fokussiert sich primär auf die Optik. Die technische Basis und die Struktur der Inhalte bleiben weitgehend erhalten. Es ist ein “Facelift”. Vielleicht wird das Logo angepasst, Schriften modernisiert oder das Layout aufgefrischt, damit die Seite wieder ansprechend wirkt. Ein Redesign ist oft Teil eines Relaunches, kann aber auch isoliert stattfinden, wenn die Technik noch solide ist, aber das Auge sich sattgesehen hat.
Was bedeutet Rebranding?
Das Rebranding geht noch eine Ebene tiefer, oder besser gesagt höher. Hier ändert sich die Marke selbst. Ein neuer Name, ein neues Logo, eine komplett neue Positionierung am Markt. Wenn ein Unternehmen sich neu erfindet, muss die Website folgen. Ein Rebranding zieht fast immer einen Website-Relaunch nach sich, da die alte Hülle nicht mehr zum neuen Kern passt.
Wann ist welches Vorgehen sinnvoll?
– Redesign: Wenn die Technik (CMS, Ladezeiten, Mobile) noch top ist, aber das Design “staubig” wirkt.
– Relaunch: Wenn die Technik veraltet ist, die Seite auf Handys nicht funktioniert, die Struktur chaotisch ist oder Sie die SEO-Rankings massiv verbessern wollen. Ein technischer Relaunch ist oft der Treiber.
– Rebranding: Wenn sich Ihre Unternehmensstrategie, Ihr Name oder Ihre Kernzielgruppe grundlegend ändert.
Praxisbeispiele für unterschiedliche Szenarien
Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Maschinenbauer. Ihr Logo ist bekannt, aber Ihre Seite lädt langsam und hat keinen Produktkonfigurator. Hier ist ein Relaunch nötig, um die Funktionen zu integrieren. Ein anderes Beispiel: Eine Modeboutique hat eine schnelle Shop-Seite, aber die Farben passen nicht mehr zur neuen Herbstkollektion. Hier reicht ein Redesign der Startseite und der Kategorien. Dagegen: Ein Startup ändert seinen Namen von “GetFast” zu “SpeedyLogistics”. Hier ist ein komplettes Rebranding mit anschließendem Relaunch und Umzug auf eine neue Domain unumgänglich.
Gründe für einen Website-Relaunch
Warum tun sich Unternehmen den Stress eines Relaunches an? Weil die Gründe für einen Website-Relaunch vielfältig sind und der “Pain” der alten Website oft größer ist als der Aufwand der Neuen.
Technische Gründe
Oft ist die Technik der Haupttreiber. Veraltete CMS-Versionen sind Sicherheitslücken. Wenn Ihre Seite gehackt wird, ist der Schaden immens. Auch die Performance (Page Speed) ist heute ein Rankingfaktor. Alte Codes, zu große Bilder und fehlendes Caching machen Seiten langsam. Ein technischer Relaunch auf eine moderne Infrastruktur löst diese Probleme. Zudem ist die Wartbarkeit entscheidend: Wenn Ihre Mitarbeiter Inhalte nicht selbst pflegen können, verlieren Sie Agilität. Eine WordPress Website beispielsweise ermöglicht oft einfacheres Content Management im Vergleich zu proprietären Altsystemen.
Strategische oder unternehmerische Gründe
Unternehmen wandeln sich. Vielleicht bieten Sie neue Dienstleistungen an, die auf der aktuellen Website keinen Platz finden. Oder Sie wollen international expandieren und benötigen Mehrsprachigkeit. Manchmal ist auch eine Fusion der Auslöser. Einen funktionierenden Relaunch zu planen bedeutet, die Unternehmensziele (z.B. mehr Leads generieren, Mitarbeiter rekrutieren) in digitale Funktionen zu übersetzen. Wenn die bestehende Website diese Ziele nicht unterstützt, muss sie weichen.
Design- und UX-Gründe
Das Auge isst mit. Ein Design, das nach 1990 aussieht, suggeriert dem Kunden, dass auch Ihr Unternehmen nicht innovativ ist. Doch Design ist heute mehr als Ästhetik; es ist Funktion. User Experience (UX) und Usability entscheiden über den Erfolg. Findet der Nutzer den “Kontakt”-Button? Ist die Navigation logisch? Ein Website-Relaunch bietet die Chance, die Nutzerführung (User Journey) basierend auf Daten und nicht auf Bauchgefühl neu zu gestalten. Ein ansprechend gestaltetes Interface erhöht die Verweildauer und das Vertrauen.

SEO- und Content-bezogene Gründe
Wenn Ihre Rankings bei Google in den Keller gehen, ist die Hütte am brennen. Suchmaschinen ändern ihre Algorithmen ständig. Was früher funktionierte (Keyword-Stuffing), wird heute bestraft. Veralteter Content, Duplicate Content oder eine schlechte interne Verlinkung sind SEO-Killer. Oft ist die Struktur der Seite so “verbaut”, dass man sie nicht mehr optimieren kann. Ein Relaunch erlaubt es, die URL-Struktur zu bereinigen, frischen Content zu integrieren und die Suchmaschinenoptimierung von Grund auf neu aufzusetzen. SEO ist kein Add-on, sondern muss das Fundament der neuen Seite sein.
Wann ein Relaunch unvermeidbar ist
Zusammenfassend: Wenn die Technik unsicher ist, die Seite auf mobilen Geräten versagt, die Konkurrenz an Ihnen vorbeizieht und Ihre Kunden sich über die Bedienung beschweren, ist ein Relaunch unvermeidbar. Es ist dann keine Frage des “Ob”, sondern des “Wann”. Ein Website-Relaunch ist die Vorbereitung auf die Zukunft Ihres Geschäfts.

Entscheidungshilfe: Relaunch oder Redesign?
Die Entscheidung fällt oft schwer. Budget und Ressourcen sind begrenzt. Nutzen Sie diese Entscheidungshilfe, um den richtigen Weg für Ihre Website zu relaunchen zu finden.
Fragen, die Sie sich vor der Entscheidung stellen sollten
1. Erreichen wir unsere Online-Ziele mit der aktuellen Seite?
2. Ist das CMS noch updatefähig und sicher?
3. Sind wir mit dem Design und der Darstellung auf Mobilgeräten zufrieden?
4. Können wir Inhalte einfach selbst ändern?
5. Stimmt die User Experience?
6. Haben wir Budget und Zeit für ein Großprojekt?
Wenn Sie mehr als zweimal mit “Nein” antworten, tendieren Sie stark zum Relaunch.
Typische Stolperfallen bei der Wahl
Ein häufiger Fehler ist, ein Redesign zu machen, wenn eigentlich ein Relaunch nötig wäre. Das ist, als würde man einen Oldtimer neu lackieren, dessen Motor kaputt ist. Er sieht gut aus, fährt aber nicht. Umgekehrt: Ein kompletter Relaunch, wenn nur das Logo angepasst werden muss, verbrennt unnötig Geld.
Beispiel aus der Praxis: Wann ein Redesign nicht mehr genügt
Einer unserer B2C-Shopbetreiber hat festgestekllt, dass kaum noch Verkäufe über den Shop getätigt wurden. Die Analyse zeigte: Das veraltete Shop-Stystem funktionierte auf Handys nicht korrekt und hat den Zahlungsvorgang mit PayPal nicht sauber abgeschlossen. Zudem war die Seite so langsam, dass Nutzer abbrachen. Ein reines Redesign konnte die technischen Mängel der Ladezeit und die schlechte Mobil-Optimierung nicht beheben. Hier war ein Relaunch nötig, um den Shop von Grund auf neu zu bauen. Danach stiegen die Verkäufe um 200%.
Der Fahrplan zum erfolgreichen Website-Relaunch
Ein Relaunch ohne Plan ist ein geplantes Scheitern. Strukturieren Sie das Projekt in klare Phasen. Dies ist Ihre Checkliste für den Ablauf.
Phase 1 – Strategie und Zieldefinition
Bevor der erste Pixel geschubst wird, müssen Ziele definiert werden. Was wollen Sie erreichen? Mehr Sales? Mehr Bewerber? Besseres Branding? Definieren Sie KPIs (Key Performance Indicators). Wir analysieren Ihre Zielgruppe genau. Wer sind Ihre Personas? Was erwarten diese von Ihrer neuen Website? Ohne Strategie irrt das Projekt ziellos umher.

Phase 2 – Konzept und Struktur
Jetzt geht es an die Architektur. Die Sitemap wird erstellt. Welche Seiten brauchen wir? Wie ist die Hierarchie? Hier wird auch definiert, welche Funktionen benötigt werden (Shop, Blog, Login-Bereich). Wireframes (grobe Skizzen der Seitenstruktur) helfen, die Anordnung der Elemente zu visualisieren, ohne sich schon im Design zu verlieren. Ein durchdachtes Konzept ist das Skelett ihrer Seite.
Phase 3 – Design und User Experience
Das Webdesign wird entwickelt. Hier arbeiten unsere Designer daran, das Corporate Design webgerecht umzusetzen. Es geht um Farben, Typografie, Bildsprache und vor allem um das User Interface. Das Ziel: Ein ansprechend gestaltetes Erlebnis, das den Nutzer intuitiv führt (User Experience). Responsive Design ist hier Pflicht – das Design muss auf dem Smartphone genauso gut funktionieren wie auf dem Desktop.

Phase 4 – Technik und CMS
Zunächst evaluieren wir gemeinsam mit Ihnen, welche Plattform für Ihre spezifischen Anforderungen die beste Lösung bietet. Wir fokussieren uns dabei auf zwei leistungsstarke Systeme: WordPress, wenn maximale Flexibilität, Skalierbarkeit und umfangreiche Funktionalitäten gefordert sind, oder alternativ Framer, wenn der Fokus auf High-End-Design und extrem schnellen Entwicklungszyklen liegt.
Anders als in klassischen Strukturen, wo Frontend und Backend oft getrennt betrachtet werden, arbeiten unsere Entwickler ganzheitlich an der Umsetzung. Sie verwandeln das statische Design in eine funktionierende, interaktive Website. Dabei werden individuelle Schnittstellen zu Ihren bestehenden Tools (z. B. CRM, Newsletter-Software oder Recruiting-Tools) nahtlos integriert. Performance-Optimierung für blitzschnelle Ladezeiten und die Implementierung aktueller Sicherheitsstandards sind dabei der Standard.
Phase 5 – Content und SEO
In dieser Phase stehen Sie vor einer strategisch wichtigen Entscheidung: Liefern Sie die Inhalte (Texte, Bilder, Videos) selbst an, oder sollen wir diese professionell für Sie erstellen?
Oft wird der interne Aufwand für die Content-Erstellung unterschätzt. Wenn Sie Texte und Bilder selbst liefern, müssen diese nicht nur fachlich korrekt, sondern auch für das Web optimiert, gut lesbar und SEO-konform sein. Alternativ übernehmen wir als Agentur das Copywriting und die Bildrecherche bzw. Erstellung für Sie. So stellen wir sicher, dass Tonalität, Keywords und Designsprache perfekt harmonieren und Deadlines nicht durch fehlende Inhalte gefährdet werden.
Wichtig ist in beiden Fällen: Kopieren Sie keine alten Fehler. Inhalte der bisherigen Website sollten kritisch geprüft und niemals ungesehen migriert werden. Die Suchmaschinenoptimierung läuft hier auf Hochtouren – nur einzigartiger, relevanter Content sorgt für gute Rankings.
Phase 6 – Vorbereitung und Livegang
Die kritischste Phase. Alles muss getestet werden. Funktionieren alle Links? Ist die Seite responsive? Dann folgt der “Switch”. Die neue Domain wird aufgeschaltet oder die DNS-Einträge geändert. Doch nach dem Livegang ist vor dem Monitoring. Läuft alles stabil? Ein Website-relaunch erfolgreich abzuschließen bedeutet, auch die Tage nach dem Start wachsam zu sein.
Vorbereitung: Was Sie intern klären sollten
Ein Relaunch scheitert oft nicht an der Agentur, sondern an internen Blockaden. Gute Vorbereitung ist alles.
Wichtige organisatorische Fragen
Klären Sie das Hosting. Haben Sie Zugriff auf Ihre Domain? Wer hat die Hoheit über die Inhalte? Gibt es Bildrechte, die beachtet werden müssen? Liegen alle Logins (Google Analytics, Search Console) vor? Diese organisatorischen “Kleinigkeiten” können den Start um Wochen verzögern.
Rollenverteilung im Relaunch-Projekt
Wer hat den Hut auf? Bestimmen Sie einen Projektleiter intern, der die Kommunikation mit der Agentur oder den Entwicklern bündelt. Wer gibt Texte frei? Wer entscheidet über das Design? Zu viele Köche verderben den Brei. Klare Verantwortlichkeiten verhindern endlose Abstimmungsschleifen.
Budgetplanung und realistischer Zeitrahmen
Ein Relaunch braucht Zeit. Unterschätzen Sie das nicht. Ein komplexer Relaunch in 4 Wochen ist unrealistisch. Planen Sie Puffer ein, sowohl zeitlich als auch finanziell. Ein guter Website-Relaunch kostet Geld, aber er ist eine Investition, die sich über Jahre rentieren muss. Ein billiger Relaunch wird am Ende oft teurer, weil nachgebessert werden muss.
Analyse: Wo steht Ihr Unternehmen aktuell?
Eine gründliche Bestandsaufnahme verhindert, dass Sie Lösungen für Probleme bauen, die Sie gar nicht haben. Die Analyse der bestehenden Website und des Umfelds ist daher essenziell.
Unternehmensanalyse
Was sind Ihre USPs (Alleinstellungsmerkmale)? Haben sich diese geändert? Die Website muss die DNA Ihres Unternehmens widerspiegeln. Wenn Sie sich als innovativ bezeichnen, die Seite aber altbacken wirkt, entsteht eine kognitive Dissonanz beim Kunden.
Wettbewerbsanalyse
Schauen Sie sich den Wettbewerb an. Was machen die Konkurrenten gut? Wo haben sie Schwächen? Nutzen Sie Tools, um deren Rankings und Keywords zu analysieren. Kopieren Sie nicht, sondern lernen Sie und machen Sie es besser. Wenn alle Wettbewerber einen Chatbot haben, sollten Sie prüfen, ob Ihre Zielgruppe das auch erwartet.
Zielgruppenanalyse
Nutzen Sie Daten aus Google Analytics oder Matomo. Woher kommen Ihre Besucher? Welches Alter, welche Interessen haben sie? Welche Geräte nutzen sie? Erstellen Sie Personas (fiktive Musterkunden), um bei jeder Entscheidung im Relaunch zu fragen: “Würde Persona Max das verstehen?”. Die Seite wird nicht für Sie gebaut, sondern für Ihre Zielgruppe.
Website-Analyse
Analysieren Sie die alte Website gnadenlos. Welche Seiten haben die höchsten Absprungraten? Wo brechen Nutzer den Kauf ab? Welche technischen Fehler (404er, langsame Ladezeiten) gibt es? Tools wie Screaming Frog oder Google Search Console sind hier Gold wert. Identifizieren Sie die “Leichen im Keller”, damit diese nicht mit umziehen.
Content Audit
Dies ist einer der wichtigsten Schritte. Erstellen Sie eine Liste aller URLs der aktuellen Seite. Bewerten Sie jeden Inhalt:
– Keep: Inhalt ist gut und aktuell -> übernehmen.
– Update: Inhalt ist relevant, aber veraltet -> überarbeiten.
– Delete: Inhalt ist irrelevant oder veraltet -> löschen (und Weiterleitung nicht vergessen!).
– Merge: Mehrere dünne Artikel zu einem starken zusammenfassen. Diese Qualitätsprüfung sorgt dafür, dass nur hochwertiger Ballast auf das neue Schiff kommt.
Content-Strategie für den Relaunch
Design zieht an, Inhalt überzeugt. Ohne eine solide Content-Strategie ist die schönste Seite nur eine leere Hülle.
Ziele und Aufgaben des Contents
Jeder Text, jedes Bild muss einen Zweck erfüllen. Will ich informieren, unterhalten, Vertrauen aufbauen oder direkt verkaufen? Definieren Sie für jeden Seitentyp das Ziel. Eine “Über uns”-Seite baut Vertrauen auf, eine Produktseite soll verkaufen.
Content-Formate
Textwüsten liest niemand mehr. Planen Sie Vielfalt ein: Videos, Infografiken, Podcasts, interaktive Elemente, Whitepaper zum Download. Unterschiedliche Menschen konsumieren Informationen unterschiedlich. Ein Mix erhöht die Verweildauer und die User Experience.
Struktur und Themenplanung
Bauen Sie Inhalte in Themenclustern auf. Das stärkt Ihre Expertenposition für Google (Topical Authority). Ein Redaktionsplan hilft, die Erstellung der Inhalte zu steuern. Wann muss welcher Text fertig sein? Wer schreibt ihn? Wer ließt Korrektur?
Storytelling und Tonalität
Wie sprechen Sie Ihre Kunden an? Du oder Sie? Sachlich oder emotional? Definieren Sie eine “Tone of Voice”. Gutes Storytelling macht Fakten emotional erlebbar. Erzählen Sie die Geschichte Ihres Unternehmens und Ihrer Produkte, statt nur Datenblätter hochzuladen. Das Webdesign sollte dieses Storytelling visuell unterstützen.
Evergreen-Content versus News-Content
Unterscheiden Sie zwischen zeitlosen Inhalten (Evergreen), die über Jahre Traffic bringen (z.B. “Wie funktioniert eine Solaranlage”), und aktuellen News (“Unser Sommerfest 2025”). Beim Relaunch sollten Sie sich auf starken Evergreen-Content fokussieren, da dieser das Rückgrat Ihrer SEO-Strategie bildet.

SEO beim Website-Relaunch
Das Thema SEO (Search Engine Optimization) ist beim Relaunch kritisch. Wenn Sie hier Fehler machen, können Sie Jahre an Arbeit und Rankings innerhalb weniger Tage vernichten. Es gibt unzählige Fälle, wo der Traffic nach einem Relaunch um 60-80% eingebrochen ist. Das Ziel ist, die Sichtbarkeit zu erhalten und auszubauen.
SEO-Vorbereitung: Keyword- und Strukturplanung
Recherchieren Sie Keywords neu. Suchverhalten ändert sich. Mappen Sie Keywords auf die neuen URLs. Jede URL sollte ein Hauptkeyword fokussieren. Planen Sie die Seitenarchitektur so, dass wichtige Seiten mit wenigen Klicks erreichbar sind (Flat Hierarchy).
Onpage-Optimierung
Achten Sie bei der neuen Seite auf sauberen Code.
– Optimieren Sie Title-Tags und Meta-Descriptions für jede Seite (CTR-Optimierung).
– Nutzen Sie korrekte Überschriften-Hierarchien (H1, H2, H3). Die H1 darf pro Seite nur einmal vorkommen!
– Optimieren Sie Bilder (Dateigröße, Alt-Tags, WebP-Format).
– Achten Sie auf interne Verlinkung mit sprechenden Ankertexten.
Weiterleitungen und technische Umsetzung
Dies ist der wichtigste Punkt beim Relaunch: Weiterleitungen (301 Redirects). Da sich URLs fast immer ändern, müssen Sie Google und den Nutzern sagen: “Die Seite X ist jetzt unter Adresse Y zu finden.” Erstellen Sie eine Mapping-Tabelle: Alte URL -> Neue URL. Richten Sie 301-Weiterleitungen ein. Nutzen Sie keine 302 (temporär), da diese keine Linkkraft vererben. Wenn Sie eine Seite löschen, prüfen Sie, ob eine Weiterleitung auf eine thematisch ähnliche Seite sinnvoll ist oder ob ein Statuscode 410 (Gone) besser ist. Vergessene Weiterleitungen führen zu 404-Fehlern und zum Verlust von Rankings und Backlinks.
Monitoring nach dem Go-Live
Sobald die Seite live ist, müssen Sie die Augen offen halten. Nutzen Sie die Google Search Console. Gibt es Crawling-Fehler? Werden die neuen Seiten indexiert? Steigt oder fällt die Sichtbarkeit? In den ersten Wochen nach dem Relaunch schwanken die Rankings oft (“Google Dance”), das ist normal. Aber dauerhafte Einbrüche müssen analysiert werden.
Tools und Ressourcen
Nutzen Sie professionelle SEO-Tools wie Sistrix, Ahrefs oder Semrush für die Überwachung. Screaming Frog ist essenziell, um technische Fehler vor und nach dem Launch zu finden. Google PageSpeed Insights hilft bei der Performance-Optimierung.

Typische Fehler beim Relaunch und wie Sie diese vermeiden
Aus Fehlern lernt man – am besten aus den Fehlern anderer. Hier sind die Klassiker, die einen Website-Relaunch erfolgreich verhindern können.
Fehlende Weiterleitungen
Wie erwähnt: Der SEO-Killer Nummer 1. Viele denken, “die alte Seite ist weg, egal”. Aber Google hat die alten URLs im Index. Wenn Nutzer auf ein Suchergebnis klicken und auf einer Fehlerseite landen, springen sie ab. Google merkt das und stuft Sie ab. Die Linkkraft (Linkjuice) von externen Verlinkungen geht verloren. Lösung: Sorgfältiges Redirect-Mapping aller alten URLs.
Schlechte Projektplanung
“Wir machen das mal eben nebenbei.” Ein Relaunch ist ein Großprojekt. Wenn Ressourcen nicht freigestellt werden, verzögert sich alles. Termine platzen, die Qualität leidet. Lösung: Realistischer Zeitplan, Pufferzeiten, dedizierte Ressourcen.
Unklare Verantwortlichkeiten
Das Design ist fertig, aber niemand hat die Texte geschrieben. Der Entwickler wartet auf Bilder, der Fotograf auf das Briefing. Chaos. Lösung: Ein Projektmanager, der die Fäden in der Hand hält und Deadlines durchsetzt.
SEO-Fehler
Oft wird eine Agentur für Design beauftragt, die wenig Ahnung von SEO hat. Das Ergebnis: Eine wunderschöne Seite, die in Flash oder reinem JavaScript gebaut ist, die Google nicht lesen kann. Oder: Man vergisst, die noindex-Anweisung der Testumgebung beim Livegang zu entfernen. Folge: Die Seite verschwindet komplett aus Google. Lösung: SEO-Experten von Anfang an (Phase 1) mit an den Tisch holen.
Kein Testing vor dem Livegang
Die Seite geht live und das Kontaktformular funktioniert nicht. Oder die Seite sieht auf dem iPhone kaputt aus. Das ist peinlich und geschäftsschädigend. Lösung: Ausgiebiges Testing auf verschiedenen Geräten und Browsern in einer Staging-Umgebung (Testserver). Lassen Sie auch “DAUs” (Dümmster anzunehmender User) testen – sie finden Fehler, die Entwickler übersehen (Betriebsblindheit).
Quick-Tipps für einen reibungslosen Relaunch
Zusammenfassend hier die Checkliste beim relaunch für die Hosentasche:
Planung und Kommunikation
- Holen Sie alle Stakeholder frühzeitig ins Boot.
- Kommunizieren Sie transparent über Verzögerungen.
- Setzen Sie Meilensteine.
Technische Umsetzung
- Wählen Sie ein zukunftssicheres CMS.
- Achten Sie penibel auf Ladezeiten (Performance).
- Sicherheit (SSL-Zertifikat) ist Pflicht.
- Backup der alten Seite machen, bevor Sie abschalten!
Go-Live und Nachbereitung
- Wählen Sie einen Zeitpunkt mit wenig Traffic für den Livegang (z.B. Dienstagmorgen, nicht Freitagabend).
- Testen, testen, testen direkt nach dem Umschalten.
- Senden Sie die neue Sitemap an die Google Search Console.
Monitoring-Plan
- Tägliche Checks in der ersten Woche.
- Wöchentliche SEO-Reports im ersten Monat.
- Nutzerfeedback aktiv einholen.
Tools und Ressourcen für den Relaunch
Hilfreiche Programme und Plattformen vorstellen, die den Prozess unterstützen.
Projektmanagement-Tools
ClickUp / Asana / Jira: Für die Aufgabenverwaltung und den Überblick, wer was bis wann erledigen muss. (Link)
Slack / Teams: Für die schnelle Kommunikation. (Link)
SEO-Tools
Screaming Frog SEO Spider: Um die alte Seite zu crawlen und alle URLs für das Mapping zu exportieren. (Link)
Google Search Console: Unverzichtbar für die Kommunikation mit Google. (Link)
Google Analytics / Matomo: Für die Datenanalyse. (Link)
Sistrix / Semrush: Für Keyword-Tracking und Wettbewerbsanalyse. (Link)
Design- und Prototyping-Tools
Figma / Penpot: Standard für Webdesign und Prototyping. Hier können Sie Layouts interaktiv testen, bevor programmiert wird. (Link)
Canva: Für schnelle Grafikerstellung. (Link)
Testing- und Monitoring-Tools
BrowserStack: Um zu testen, wie die Seite auf verschiedenen Geräten und Browsern aussieht. (Link)
Google PageSpeed Insights / Lighthouse: Um die technische Performance zu messen und zu optimieren. (Link)
Content-Organisation
Ein häufiger Flaschenhals beim Website-Relaunch ist die Content-Erstellung und -Abnahme. Wenn Texte in unzähligen Word-Dokumenten per E-Mail hin- und hergeschickt werden, geht der Überblick schnell verloren. “Ist das jetzt die finale Version v3_final_echt_jetzt.docx?” Solche Fragen kosten Nerven und Zeit. Um den Relaunch der Website effizient zu gestalten, sollten Sie auf professionelle Tools setzen, die Planung, Erstellung und Freigabe zentralisieren.
- Trello / Asana / ClickUp (Projektmanagement): Diese Tools eignen sich hervorragend für die Planung. Sie können für jede Unterseite der neuen Website eine Karte oder Aufgabe anlegen. Mithilfe von Status-Spalten (z. B. “Briefing”, “In Arbeit”, “Lektorat”, “Freigegeben”) sieht das gesamte Team sofort, wie weit der Content fortgeschritten ist.
- Google Docs / Microsoft 365 (Kollaboration): Verabschieden Sie sich von lokal gespeicherten Dateien. In Cloud-Dokumenten können Texter, SEO-Manager und Fachabteilungen gleichzeitig arbeiten. Die Kommentarfunktion erleichtert Feedback-Schleifen enorm, und die Versionierung sorgt dafür, dass nichts verloren geht.

Fazit: Der Relaunch als strategische Chance
Ein Website-Relaunch ist ein Marathon, kein Sprint. Es erfordert Ausdauer, Planung und Expertise. Aber die Mühe lohnt sich. Eine neue Website, die technisch sauber, optisch ansprechend und inhaltlich stark ist, wird zum Motor Ihres Unternehmenserfolgs. Wenn Sie diese Checkliste befolgen und die Gründe für einen Website-Relaunch strategisch angehen, steht einem erfolgreichen Relaunch nichts mehr im Wege.
Doch Sie müssen diesen komplexen Weg nicht alleine gehen. Als erfahrene Agentur wissen wir genau, worauf es bei einem erfolgreichen Website-Relaunch ankommt. Wir bringen die nötige Expertise in Strategie, Design und Technik mit und unterstützen Sie gerne dabei, Ihr Projekt sicher ans Ziel zu führen – von der ersten Analyse bis zum erfolgreichen Go-Live.
Viel Erfolg bei Ihrem Projekt! Die Optimierung hört nie auf, aber mit einem soliden Relaunch legen Sie das Fundament für die nächsten Jahre. Denken Sie daran: Der Relaunch ist immer auch eine Chance, sich neu zu erfinden. Nutzen Sie sie!






